Glossar
Glossar professioneller Gesprächsführung
Die Fachbegriffe hinter dem Training — kurz erklärt, mit Beispielen aus dem Gespräch. Auf diese Einträge verweist auch das Feedback in CommTrain.
Die einzelnen Glossare
Bewertungsdimensionen
Welche Bewertungsdimensionen werden im CommTrain-Feedback berücksichtigt?
6 Begriffe
Motivational Interviewing
Die zentralen Begriffe der motivierenden Gesprächsführung — von offenen Fragen bis Change Talk.
13 Begriffe
Calgary-Cambridge-Modell
Die vier Phasen eines Gesprächs — und was in jeder von ihnen zählt.
7 Begriffe
Shared Decision Making (SDM)
Gemeinsam entscheiden, wenn mehrere Wege fachlich vertretbar sind.
13 Begriffe
Alle Begriffe von A bis Z
39 Begriffe aus 4 Glossaren.
A
- AbschlussCalgary-Cambridge-ModellDer Abschluss stellt sicher, dass aus dem Gespräch ein gemeinsames und verständliches Ergebnis hervorgeht — eine letzte Verständigungs- und Koordinationsphase, keine Höflichkeitsformel.
- Aktives ZuhörenMotivational InterviewingAktives Zuhören ist eine Form der radikalen Hin- und Zuwendung zum Gegenüber: Sichtweisen, Werte und Gefühle werden aufgenommen und so zurückgespielt, dass sie für beide Seiten verständlicher werden.
- AmbivalenzMotivational InterviewingAmbivalenz ist das gleichzeitige Vorhandensein von Gründen für und gegen eine Veränderung — kein Zeichen von Schwäche, sondern ein normaler Bestandteil vieler Veränderungsprozesse.
- Ask–Offer–AskMotivational InterviewingAsk–Offer–Ask (früher Elicit–Provide–Elicit) ist ein Dreischritt für den Informationsaustausch: Perspektive erfragen, Information als Angebot geben, wieder nach der Perspektive fragen.
C
- Calgary-Cambridge-ModellCalgary-Cambridge-ModellDas Calgary-Cambridge-Modell beschreibt die medizinische Konsultation als strukturierbaren, aber nicht mechanisch-linearen Prozess mit vier Phasen und zwei Querschnittsaufgaben.
- Change TalkMotivational InterviewingChange Talk bezeichnet Äußerungen, die in Richtung einer angestrebten Veränderung weisen: Wünsche, Fähigkeiten, Gründe, Bedürfnisse, Absichten und konkrete Schritte.
- Confidence TalkMotivational InterviewingConfidence Talk ist eine Form des Change Talk, in der es um Möglichkeiten, Fähigkeiten und Zuversicht geht: „Kann ich das schaffen?“
D
- Decision AidsShared Decision Making (SDM)Decision Aids sind strukturierte, unabhängige Entscheidungshilfen, die bei einer konkreten Wahl unterstützen — sie ersetzen aber nicht das persönliche Gespräch.
- DeliberationShared Decision Making (SDM)Deliberation bezeichnet die gemeinsame Abwägung: Was bedeutet die Information für diese konkrete Person? Es geht darum, Raum für Abwägung zu schaffen.
- Discord TalkMotivational InterviewingDiscord Talk bezeichnet Äußerungen oder Signale, die auf Spannungen in der Gesprächsbeziehung hinweisen — nicht gegen die Veränderung selbst, sondern gegen die Art, wie sie gerade behandelt wird.
E
- Einfaches aktives ZuhörenMotivational InterviewingEinfaches aktives Zuhören gibt das Gesagte wörtlich oder in eigenen Worten wieder und bleibt dabei nahe am tatsächlich geäußerten Inhalt.
- Emotionale Validierung - benennen und Raum gebenBewertungsdimensionenWerden Emotionen wahrgenommen, benannt und bekommen sie Raum?
- Empathie - explorieren und verstehenBewertungsdimensionenVersuchst du, das Relevanzsystem des Gesprächspartners – seine Anliegen, Sorgen, Bedeutungen und Werte – nachzuvollziehen?
- Empfehlung einbringenShared Decision Making (SDM)SDM bedeutet nicht, dass die Fachperson keine Empfehlung geben darf — fachliche Empfehlung und persönliche Präferenz werden aber voneinander getrennt.
- Entscheidungssituation markierenShared Decision Making (SDM)Die Fachperson macht explizit sichtbar, dass jetzt eine Entscheidung ansteht und dass es mehr als einen möglichen Weg gibt.
- Erklärung & PlanungCalgary-Cambridge-ModellWenn ausreichend Informationen gesammelt wurden und ein gemeinsames Verständnis hergestellt werden konnte, beginnt die Phase der verständlichen Erklärung und gegebenenfalls Planung.
- EröffnungCalgary-Cambridge-ModellDie Eröffnung schafft den Rahmen für das gesamte Gespräch: Das Anliegen wird so aufgegriffen, dass Vertrauensaufbau gelingt und Rahmen und Erwartungen klar werden.
G
- Gemeinsame EntscheidungShared Decision Making (SDM)Am Ende werden die wesentlichen Informationen, Präferenzen und die getroffene Entscheidung zusammengeführt und explizit gemacht.
- Gesprächsstrukturierung - Prozess und StrukturBewertungsdimensionenStrukturierst du das Gespräch klar, flexibel und zielführend?
- Grundgedanken des ModellsCalgary-Cambridge-ModellVier Grundgedanken des Calgary-Cambridge-Modells: Struktur statt Skript, Beziehung und Struktur gleichzeitig, Perspektive statt nur Fakten, Dialog statt Informationsübertragung.
I
- InformationssammlungCalgary-Cambridge-ModellInformationssammlung bedeutet nicht lediglich Anamneseerhebung, sondern die systematische Erfassung dessen, was für die klinische Situation und für das Verständnis des Gegenübers relevant ist.
- Informationsvermittlung - Qualität von Information und RatBewertungsdimensionenIst dein Informationsverhalten angemessen — gute Information, wenn sie dran ist, und Zurückhaltung, wenn nicht?
K
- Komplexes aktives ZuhörenMotivational InterviewingKomplexes aktives Zuhören geht über den geäußerten Inhalt hinaus und formuliert eine vorsichtige Vermutung über die Bedeutung, das Gefühl, den Wert oder die Ambivalenz dahinter.
- Kooperation - teilhaben und mitbestimmenBewertungsdimensionenWird dein Gegenüber aktiv und gleichberechtigt an Entscheidungen beteiligt?
O
- Offene FragenMotivational InterviewingOffene Fragen weiten im Unterschied zu geschlossenen Fragen den (Spiel-)Raum für das Gegenüber und laden zu einer frei gewählten Antwort ein.
- Optionen darstellenShared Decision Making (SDM)Die relevanten Optionen werden verständlich, vergleichbar und möglichst neutral dargestellt — einschließlich der Möglichkeit, zunächst abzuwarten.
P
- Personenorientierung - Haltung und FokusBewertungsdimensionenSteht dein Gegenüber mit seiner Lebensrealität, seinem Tempo und seinen Werten im Mittelpunkt?
- Präferenzen explorierenShared Decision Making (SDM)Nicht nur fragen, was jemand wählen möchte, sondern herausfinden, warum — welche Ziele, Werte, Sorgen oder Lebensumstände die Entscheidung beeinflussen.
- Präferenzsensitiv entscheidenShared Decision Making (SDM)Je stärker mehrere medizinisch vertretbare Optionen davon abhängen, was der Person wichtig ist, desto stärker sollte die Entscheidung gemeinsam gestaltet werden.
R
- Risiken & Nutzen erklärenShared Decision Making (SDM)Nutzen und mögliche Schäden werden so kommuniziert, dass die Person Größenordnung und Bedeutung verstehen und miteinander vergleichen kann.
- Rolling with ResistanceMotivational InterviewingRolling with Resistance heißt, Widerstand geschmeidig zu begegnen: kein Tauziehen, keine Gegenargumente, sondern die Perspektive des Gegenübers ernst nehmen und die Energie umlenken.
S
- Shared Decision Making (SDM)Shared Decision Making (SDM)Shared Decision Making ist ein Prozess, in dem Fachperson und Patient:in gemeinsam eine gesundheitliche Entscheidung treffen — insbesondere dann, wenn mehrere medizinisch vertretbare Optionen bestehen.
- Stolperfallen im ÜberblickCalgary-Cambridge-ModellDie häufigsten Stolperfallen der Gesprächsführung — woran man sie erkennt und was stattdessen hilft.
- Sustain TalkMotivational InterviewingSustain Talk bezeichnet Äußerungen, die für die Aufrechterhaltung des bisherigen Zustands sprechen — er macht einen Teil der Ambivalenz sichtbar und ist kein Defizit.